Die alte Verwandlerin ...

Da war sie wieder, diese fiese alte Frau, die Hexe, die Verwandlerin. Eine knorrige uralte Hand um meinen Hals schnürte mir die Luft ab, mit dieser Kraft, wie sie nur unsere "ewigen Begleiter" haben ...

Wieder hörte ich Lachen, und die dunkle Erinnerung an ein belustigtes "Du glaubst, das kann ich nicht? Es wird Zeit!" wabert durch mein Tagbewusstsein.

Ja, es wird Zeit, und ich weiß auch wofür. Es gibt eigentlich nichts mehr, was dagegen spricht, außer meiner inneren, und auch wirklich innigen Verbundenheit.

Impressionen

schaukelstuhl------laterne

merlin

Der Wald ruft ...

Ach wie schön wäre so eine Waldkindergartengruppe. Der Floh, der schon lang in meinem Ohr umherhüpft, hat gerade einen Koffeinschock und raubt mir sogar meinen Schlaf, vor lauter Gedanken hin- und herwälzen. Der Wurzelfrau gehts wohl nicht viel besser :)

Nein, langfristig ist mir das nichts, allein in einer Gruppe zu arbeiten, auch wenn es "nur" 13 Kinder sind, und andere Gruppen wohl nicht soviel von den immer gern genannten unsichtbaren Fäden wahrnehmen. Das ist schon toll - ich denk: "Wir müssten langsam anfangen, aufzuräumen" und im selben Moment hör ich ein Kind: "Frau Georg, wir räumen schonmal auf". Ich denk: "Herbstreigen oder Zwergenreigen?" und ein Kind fragt: "Machen wir wieder den Reigen? Mit Wind oder mit Zwergen? Bitte Wind!", ich denk: "Huch, ich hab die Milch vergessen" und ein Kind sagt "Frau Georg Du hast ja keine Milch geholt, darf ich im Kämmerchen eine holen?"

Tagtäglich erleb ich, dass ein Kind meine Gedanken "liest" - und das ist schon toll. Aber mir fehlt einfach ein erwachsenes Gegenüber in der Gruppe, natürlich auch für allerlei organisatorisches, für Absprachen, für Tür- und- Angel-Gespräche mit Eltern, oder ganz praktisch mal für ne Pinkelpause, aber eben auch fürs ganze Gruppengefühl. Ich empfinde es - jetzt nach einem Jahr allein und im Vergleich dazu nach einer nur dreiwöchigen Zeit mit Praktikant - irgendwie sogar als unnatürlich, wenn Kinder im "familienähnlichen Alltag", den wir im KiGa anbieten, nur eine Bezugsperson erleben. Erwachsene in Beziehung zueinander, die gemeinsam arbeiten, interagieren, vielleicht mal uneinig sind und trotzdem ihre Konflikte lösen, und die natürlich auch mal miteinander lachen - ist das nicht viel sinnvoller? Für eine Kleinst-Kind-Gruppe vielleicht noch nicht, aber je größer die Kinder, desto wichtiger finde ich das.

Hach und gerade das Scherzen fehlt mir glaub ich am meisten. Mit Kindern scherze ich allerdings sooft es geht :)
Ich bin ja nicht so eine "distanzierte" Waldorferziehern, sondern ich mag es, herzlich mit den Kindern zu lachen - nicht rumalbern oder kaspern oder irgendeinen Blödsinn machen, sondern aufgreifen, wenn einer gerade seine schelmische Phase hat. So kommts schonmal vor, dass ich am Esstisch sitze, und dann von einer Seite ein "pieksen" merk - meist, aufgrund der Reichweite, am Bein oder am Ellenbogen. Dann weiß ich schon immer, wer das is, und guck dann mal so verstohlen zur Seite, und blicke in das freudestrahlende Gesicht eines Vierjährigen, der dann auch schon vergnügt quietscht :) Und dann verleitets mich manchmal, und ich tippe ihm von hinten auf die äußere Schulter, strahle zurück, wenn er dann erst auf die falsche Seite guckt, und dann zu mir, und sage "war ich nicht". :-))

Mir ist das sooo wichtig, dass die Kinder "ihre" Erwachsenen mit Freude und Heiterkeit erleben. Und die äußert sich bei mir halt durchaus auch auf dieser schelmischen Ebene. Manch einer gestandenen Anthroposophin stehn da wohl die Haare zu Berge. Aber das ist das, was bei mir ganz viel der Bindung ausmacht. "Autoritätsperson" bleibe ich dadurch trotzdem.

Tja und dann ist noch der Wunsch nach mehr Wald. Ich mag unseren Wald nicht so sehr. Er ist zu ... "geplant" ... ? Man kann zwar auch mal durchs Unterholz tapern, aber nie wirklich weit, dann ist man entweder wieder auf einem Weg, oder in einem dichten Dornengestrüpp. Viele Jogger, wenig Licht, wenig schön federnder Boden ... Tausend Hundehaufen :(

Ich möcht einen Wald mit Farnbeständen, einen Mischwald, in dem man unter hohen Tannen mal ne Mooslichtung findet, umgeben von Wiesen und Feldern, wo bestenfalls noch ein Flüsschen durchfließt ...

Und dann natürlich einen tollen Platz für einen Bauwagen, in dem es ein Öfchen gibt ... und für den Sommer eine Jurte, in der auch Feuer gemacht werden kann. Bei Wind und Wetter eine bestimme Zeitlang draußen sein, Natur erleben, noch ein Stück weiter weg von allen formgebenden materiellen Dingen, mehr hin zur völlig freiwerdenden Fantasie, formgebend bleibt dann der Tagesrhythmus und feste "Waldorfbestandteile", z.B. der Reigen, würde mit einfließen in den Alltag. Das wär schön...

Heute entdeckte einer meiner Vierjährigen im Wald einen wirklich großen, schönen Fliegenpilz. Und fragte mich allen Ernstes: "Was ist das?" Liegt das an mir, dass ich kaum glauben kann, dass ein Vierjähriger sowas fragt? Dass ich meine, "das weiß doch jedes Kind"?

Nein irgendwie seh ich langfristig meine Aufgabe nicht da, wo sie jetzt ist. Und gerade fiel mir eine Karte in die Hand, die ich zum letzten Geburtstag geschenkt bekam, und darauf steht:

"Was ich dir wünsche

Die Zuversicht und den Mut, die dich wagen lassen, was dir am Herzen liegt, ganz gleich, ob es leicht oder schwer ist. Und die Kraft und das Glück, die es gelingen lassen."

Unsichtbare Fäden

Am Freitag war ich im KiGa gerade beim Spülen, alle Kinder hatten in ein schönes Spiel gefunden, und ich ging dazu über, in Gedanken immer und immer wieder ein Lied durchzugehen, das wir im Chor gestern beim Leistungssingen darboten: "Die Entdeckung Amerikas" - kennt fast jeder. "Ein Mann der sich Kolumbus nannt, widdewiddewitt bum bum".

Unsere Version is rhythmisch ein wenig schwieriger, die widdewitts und bum bums ziehen sich versetzt durch alle Stimmen. Und so hing ich auch - in Gedanken, nur in Gedanken - an einer längeren Folge "bum"s.

Da ertönte aus der Puppenecke von einer 5jährigen ein kleiner Gesang: "bum bum bum bum bum bum bum" - in haargenau dem selben Rhythmus, der mir im Kopf schwirrte. Auf meine Frage: "Nanu, was ist das denn für ein Lied?" kam die Antwort: "ich weiß auch nicht, ich hatte das so im Kopf."

Toll oder? :)

Das zeigt wieder einmal, wie unmittelbar doch das eigene Innenleben auf andere Menschen wirkt bzw. wirken kann, wenn für derartige Wahrnehmungen eine Offenheit besteht. Wobei Kinder sowieso "offen" sind, da sie ihre Wahrnehmungen noch nicht bewusst lenken oder steuern, sondern alles einfach ganz unmittelbar auf sie wirkt.

Rudolf Steiner hat in seinen esoterischen Übungen auch eine "Gedankenübung":

Auf seine Vorstellungen (Gedanken) achten. Nur bedeutsame Gedanken denken. Nach und nach lernen, in seinen Gedanken das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Ewige vom Vergänglichen, die Wahrheit von der bloßen Meinung zu scheiden. Beim Zuhören der Reden der Mitmenschen versuchen, ganz still zu werden in seinem Inneren und auf alle Zustimmung, namentlich alles abfällige Urteilen (Kritisieren, Ablehnen), auch in Gedanken und Gefühlen, zu verzichten. Dies ist die sogenannte "richtige Meinung".

Geburtstagsgruß

... an die liebe Weltenwanderin. Hehe, noch bin ich 7min vorm "ich habs vergessen" *uff* *gg*

Hab Dich lieeeeeeeeeeeb !!!

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