Über den Selbst-Wert oder: Du bist, was Du isst
Zum Nachdenken angeregt hat mich an Yule schon der liebe Herr Wulfsson, mit dem ich intensive Gespräche über das Selbst-Wert-Gefühl führte; es ist wunderlich, dass
Das neuerliche Nachdenken über die Ernährung wurde ausgelöst durch den Film "King Corn", einer amerikanischen Doku, in der zwei College-Freunde sich aufmachen in den mittleren Westen und dort auf einem kleinen Stück Land Mais anbauen, dessen Werdegang sie mit der Frage "Was essen wir eigentlich?" verfolgen.
Die Farmer dort in Iowa essen ihren angebauten Mais noch nicht mal selbst, weil der so minderwertig ist. Ein Großteil davon geht in die Produktion von Viehfutter - eine reine Tierquälerei, denn die Rindermägen sind für dieses Futter gar nicht ausgelegt und bekommen daher diverse Antiobiotika zugefüttert. So nehmen sie schnell zu - ein Steak von einem maisgefütterten Rind ist fast 10x so fetthaltig wie eins von einem grasgefütterten Rind. Klassisches Mc-Donald's- und Discounter-Fleisch.
Weitere Teile des Mais' werden zu corn syrup, hierzulande besser bekannt als Glucose-Fructose-Sirup, weiterverarbeitet und landen als Süßmacher in Getränken und Fertiggerichten; oder als Maisstärke oder -mehl in zig weiteren Fertiggerichten oder Supermarkt-Backwaren und Knabbereien.
Ich will das nicht mehr essen. Ich bin mir mehr wert, als so minderwertigen Dreck zu essen (und zu trinken). Hab ich jetzt beschlossen. Weißen Industriezucker nutze ich schon lange nicht mehr, bin auf Honig zum süßen umgestiegen. Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Milch, Eier, Honig und Käse kaufe ich seit längerem meistens als Discount-Bio, manchmal auch Öko-Bio, werde aber jetzt nach und nach vollständig umsteigen. Auf Öko. Inklusive Katzenfutter. Sollte eigentlich nur noch ein kleiner Schritt sein, den ich im Laufe dieses Jahres vollständig vollzogen haben will. Das i-Tüpfelchen wären dann noch die fair gehandelten Lebensmittel.
Ich mag nämlich keine Lebensmittel mehr essen, die durch Ausbeutung der Erde gewonnen werden und mit Pestiziden versucht werden. Ich mag auch keine Lebensmittel mehr essen, die genetisch "schöner" gezüchtet werden. Und ich mag keine Lebensmittel mehr essen, für die ich hier 1,99 Euro bezahle, und davon gehen nur 10 Cent an den Kakao-Farmer in Ecuador. Generell werd ich vollwertiger essen und auf geschälten Reis und weiße Nudeln weitestgehend verzichten.
Teuer wird's werden, das ist auch klar. Das Discount-Bio ist nicht viel teurer als herkömmliche Lebensmittel, aber Öko-Bio schlägt nochmal drauf. Aber ich habe mal zurückgeblickt und gerechnet: Ich gebe monatlich weniger Geld für Lebensmittel aus, als z.B. für meine Kommunikation und meine Unterhaltungselektronik. Da ist also im Prinzip bloß ein umschichten angesagt. Derartiges Ungleichgewicht finde ich bestimmt noch mehr. Muss das alles mal durchrechnen...
Die Konsequenz des Ganzen wird sein, dass ich in absehbarer Zeit nicht mehr auswärts esse, es sei denn, in einem Bio- Restaurant... Kein Eis in der Lieblingseisdiele mehr, kein Latte Macchiato im Lieblingscafé. Keine Salat-und-Pizza-Kombination vom Imbiss um die Ecke. Das wird ganz schön hart, das weiß ich.
Aber: Ich bin mir hochwertige Lebensmittel wert.
Und ebenso bin ich mir wert, ein schönes, aufgeräumtes Zuhause zu haben, auf mich selbst zu hören, mich nicht vom "Weltfilm" ablenken und einfangen zu lassen und einen gesunden Tagesrhythmus, der von ein - zwei kleinen Ritualen durchzogen ist, zu leben.
Ich war ja ein wenig traurig, zu Imbolc keine konkrete Vision zu haben, die auf die Erde geholt werden will. Aber wie's aussieht, hat sie sich nur ein paar Tage verspätet. :) Wann, wenn nicht jetzt?

ich bin gespannt, wie sich dein projekt "bessere ernährung" entwickelt. hältst du uns auf dem laufenden?