Spirituelles

Die alte Verwandlerin ...

Da war sie wieder, diese fiese alte Frau, die Hexe, die Verwandlerin. Eine knorrige uralte Hand um meinen Hals schnürte mir die Luft ab, mit dieser Kraft, wie sie nur unsere "ewigen Begleiter" haben ...

Wieder hörte ich Lachen, und die dunkle Erinnerung an ein belustigtes "Du glaubst, das kann ich nicht? Es wird Zeit!" wabert durch mein Tagbewusstsein.

Ja, es wird Zeit, und ich weiß auch wofür. Es gibt eigentlich nichts mehr, was dagegen spricht, außer meiner inneren, und auch wirklich innigen Verbundenheit.

Unsichtbare Fäden

Am Freitag war ich im KiGa gerade beim Spülen, alle Kinder hatten in ein schönes Spiel gefunden, und ich ging dazu über, in Gedanken immer und immer wieder ein Lied durchzugehen, das wir im Chor gestern beim Leistungssingen darboten: "Die Entdeckung Amerikas" - kennt fast jeder. "Ein Mann der sich Kolumbus nannt, widdewiddewitt bum bum".

Unsere Version is rhythmisch ein wenig schwieriger, die widdewitts und bum bums ziehen sich versetzt durch alle Stimmen. Und so hing ich auch - in Gedanken, nur in Gedanken - an einer längeren Folge "bum"s.

Da ertönte aus der Puppenecke von einer 5jährigen ein kleiner Gesang: "bum bum bum bum bum bum bum" - in haargenau dem selben Rhythmus, der mir im Kopf schwirrte. Auf meine Frage: "Nanu, was ist das denn für ein Lied?" kam die Antwort: "ich weiß auch nicht, ich hatte das so im Kopf."

Toll oder? :)

Das zeigt wieder einmal, wie unmittelbar doch das eigene Innenleben auf andere Menschen wirkt bzw. wirken kann, wenn für derartige Wahrnehmungen eine Offenheit besteht. Wobei Kinder sowieso "offen" sind, da sie ihre Wahrnehmungen noch nicht bewusst lenken oder steuern, sondern alles einfach ganz unmittelbar auf sie wirkt.

Rudolf Steiner hat in seinen esoterischen Übungen auch eine "Gedankenübung":

Auf seine Vorstellungen (Gedanken) achten. Nur bedeutsame Gedanken denken. Nach und nach lernen, in seinen Gedanken das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Ewige vom Vergänglichen, die Wahrheit von der bloßen Meinung zu scheiden. Beim Zuhören der Reden der Mitmenschen versuchen, ganz still zu werden in seinem Inneren und auf alle Zustimmung, namentlich alles abfällige Urteilen (Kritisieren, Ablehnen), auch in Gedanken und Gefühlen, zu verzichten. Dies ist die sogenannte "richtige Meinung".

Lammas 2009

What you sow comes back to thee,
Flower, grain, grass, fruit, and tree,
What you reap be thankful for,
Return a piece and reap some more.
(hier gefunden)

Es war ein wunderbares Wochenende auf dem Findhof, fröhlich, magisch, herzlich, besinnlich und bereichernd. Ein riesiges Dankeschön in die Runde - schön, mit euch dort gewesen zu sein! :-)


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Energiearbeit

Man, ich bin total dünnhäutig im Moment, auf energetischer Ebene. Mir kommt ganz viel ganz schnell quer und alles ist irgendwie komisch. Oder mich erwischt so'n "Flow" auf total euphorische Weise. Mir fehlt mal wieder das Mittelmaß *lach* Ständig erwischt mich jemand oder etwas irgendwie in einem Ausmaß, das nicht mehr gesund ist. Und interessanterweise lande ich durch die Menschen um mich herum auch gerade bei Themen, die mir ganz komisch dicht kommen. Die mich immer dazu bringen, mich nochmal in diversen Bereichen zu hinterfragen.

Wie heftig fremde Energien auf einen selbst projeziert werden, hab ich am eigenen Leib vor kurzem erlebt. Mit zwei Kolleginnen war ich im Garten, und eine hatte mit Familienzwist zu tun. Sie berichtete ein wenig, unterbrach dann aber und sagte: "Wir machen jetzt eine Aufstellung". So mir nichts Dir nichts stand ich also neben meiner anderen Kollegin, hatte da noch keine Ahnung, was eine Aufstellung war und hatte so ein inneres Fragezeichen.

Die Kollegin kam zu mir, legte mir die Hände auf die Schultern, sah mir in die Augen und sagte, während sie an meinen Armen runterstrich: "Du bist jetzt meine Mutter." Die andere Kollegin, links neben mir, war ihr Vater. Sie drehte uns den Rücken zu und die andere Kollegin und ich sahen uns an. Ich fühlte mich sofort kraftlos, auch nicht wirklich interessiert, etwas genervt. Und: ich war nicht mehr da. Für einen Zeitraum von vielleicht 2-3 Minuten war ich einfach weg. Ich habe nichts mehr um mich rum wahrgenommen und war auch eigentlich gar nicht mehr ich.

Die dritte Kollegin kam zurück und fragte, wie wir uns fühlten, uns selbst, und in Bezug auf den jeweils anderen.
Unsere Schilderungen spiegelten exakt die Situation wider.
Dazu sei noch gesagt, dass diese Aufstellung wirklich nur zur Verbildlichung diente, und nicht zur "Lösungssuche" gedacht war.

Als alles gesagt war, schüttelten wir uns und streiften die "fremde Haut" ab.

Insgesamt ein sehr spannendes Erlebnis. Bislang dachte ich immer, man müsste sich auf Energien einschwingen, so wie man z.B. auch Rituale und Meditationen innerlich vorbereitet, aber die Aufstellung hat mich anderes gelehrt. Vielleicht ist diese Erfahrung auch der Auslöser für meine Dünnhäutigkeit.

Wer weiß, wofür es gut war. Und noch sein wird.

What goes around...

Auf Spiegel Online las man heute wieder neue Negativschlagzeilen aus der Bankenwelt (das Wort "negativ" kann man eigentlich mittlerweile weglassen, gehört ja schon selbstverständlich dazu...). "Dresdner-Bank-Vorstände lassen sich Abschied versilbern" heißt es dort elegant.

Und irgendwie regte mich das nicht sonderlich auf. Irgendwie regt mich das alles gerade nicht sonderlich auf, denn: am Ende sind wir alle gleich. Und die Weichen, die wir in diesem Leben stellen, werden wir irgendwann selbst passieren. Wenn die mal nicht in zahlreiche Sackgassen führen.

Ostara

Zur Einstimmung auf Ostara habe ich mir gerade nochmal unsere Spirit-Voice-Sendung zu diesem Fest angehört. Auch die Meditation wollt ich machen, und begann sie auch, ganz entspannt und konzentriert - bis ich mich vor Lachen nicht mehr halten konnte. Ohja, ich weiß sehr genau, was bei mir eingefroren war, und ich weiß auch ganz genau, welche Nahrung das wiederaufgetaute jetzt braucht *lach*

Morgen hol ich meine neuen Sofas, und gebe meine beiden alten dafür in den KiGa. Eins für meinen Raum, eins für unseren Rückzugs- und Ruheraum, den ich in diesem Jahr erstmals gestalte. Im KiGa fing heute großes Geräume an, da ich eine neue Werkbank hab, die Platz im Gruppenraum finden musste. Angesteckt davon hab ich ein bisschen was umsortiert, und kaum zuhause, geht's in meiner Wohnung weiter. Konsequenterweise will ich alles, was ich innerhalb der letzten 12 Monate nicht in den Händen hatte und auch nicht bewusst "vermisst" habe, wegschmeißen. Weg, weg, bloß weg!! Ich möcht mit sowenig Ballast wie möglich in die neue Whg starten.

Hach ja und die neue Wohnung, mein Altar wird einen Platz ganz für sich allein haben, freistehend. Das wird ganz ganz ganz wunderbar. Und Platz genug für eine den Fenstern zugewandte Meditations- und Wahrsage-Ecke hab ich auch. Ich kanns echt nicht mehr erwarten. Es sind noch acht Wochen, aber ich halts kaum noch aus. *hibbel*

Die Kinder im KiGa strotzen momentan vor Kraft. Auch die Kleinen, die nicht so gut zu Fuß unterwegs waren, haben keine Mühe mehr, und rennen sogar mit den Großen zusammen die steilsten Hänge rauf. Herrlich ist das. :)

Meine physische Kraft wird gerade von Halsschmerzen eingeschränkt, die sich anfühlen, als wärs schon eine fortgeschrittene bakterielle Infektion *uäks* Ich therapier mich übers WE mal mit dem Yoig-Halswohl-Tee - zumal ich morgen auch nach dem Sofa-Räumen noch "Programm" hab; eigentlich bin ich ein "krank ist krank"-Mensch, aber "krank" geht einfach dieses Wochenende nicht. ;)

Am Sonntag dann werd ich mich ganz mir selbst widmen und zu "meiner" Quelle fahren um dort ein kleines Ritual zu feiern. Ganz für mich im Stillen. Ich freu mich drauf und wünsch euch allen ein fröhlich-lebendiges Ostara!

Elemente

Mittelpunkt meines Altars sind zur Zeit vier nebeneinanderstehende Gläschen. Im ersten ist ein bisschen Blumenerde. Im zweiten ein Teelicht. Im dritten nichts. Im vierten Wasser. Erde, Feuer, Luft, Wasser. Warum genau ich diese Reihenfolge gewählt habe, weiß ich nicht, sie fühlte sich einfach richtig an.

Ich möchte mich ein bisschen mehr den Elementen in mir selbst widmen, und brauche sie dafür irgendwie in "Reinform" vor Augen, wenn auch "eingefangen". Ich grübelte nämlich kürzlich einmal wieder über meine fehlende Erdverbundenheit und meine Luftschlösser und meine Impulsivität. Und darüber, dass ich mich nach dem Meer sehne.

Astrologisch gesehen ist die Luft "mein" Element. Und oh ja, wie passend. Nichts baue ich lieber als Luftschlösser und verliere schonmal schnell den Boden unter den Füßen. Ich liebe Wind und Sturm, und kommen sie auf, habe ich den Boden der Tatsachen meistens glücklicherweise wieder erreicht ...

Vom Gesichtspunkt der Temperamentenlehre geben sich der Sanguiniker und der Melancholiker bei mir die Ehre, selten allerdings in einem ausgewogenen Verhältnis. Wobei der Sanguiniker wohl überwiegt *gg*. Das sind eigentlich Erde und Luft, aber nachdem ich mich vor längerer Zeit mal mit der Temperamentenlehre auseiandergesetzt hab und auch bei den Kindern mal beobachtet hab, habe ich die verschoben: Feuer und Wasser. Wie passend, dass die beiden die gegensätzlichsten Temperamente sind. *lach*

So und wo ist nun die Erde? - Natürlich, sie fehlt. Der bevorstehende Umzug zurück nach X-Tal könnte auch aus diesem Gesichtspunkt nicht glücklicher sein, hat dort doch meine Oma einen riesigen Gemüsegarten, den sie liebevoll hegt und pflegt - barfuss und natürlich ohne Handschuhe. Ihr werde ich mich anschließen - es kann nur gut tun :-)
Außerdem widme ich mich mal wieder meinen Didges - die Zirkulationsatmung kann ich "trocken", nur am Didge willse nicht. Und vom nächsten Geld, das übrig ist, werd ich mir eine Trommel kaufen. Eine Djembe am liebsten. :)

"Fehlt" euch auch ein Element? Dass hin und wieder mal etwas im Ungleichgewicht, ist wohl völlig normal, aber fehlt eins irgendwie so ganz?

Über den Selbst-Wert oder: Du bist, was Du isst

Das Thema Ernährung lässt mich momentan, auch unabhängig vom Vegetarismus, nicht los; und zwar nicht in erster Linie, wie man aufgrund meiner voluminösen Entfernung vom Idealgewicht durchaus meinen könnte, vom rein körperlichen Standpunkt her, sondern mehr aus spiritueller Sicht.

Zum Nachdenken angeregt hat mich an Yule schon der liebe Herr Wulfsson, mit dem ich intensive Gespräche über das Selbst-Wert-Gefühl führte; es ist wunderlich, dass man ich grundsätzliche Dinge - Ordnung, geregelten Tageslauf, Achtsamkeit und Wachheit - im Alltag mit "Schutzbefohlenen" ohne Probleme auf die Reihe bekomm, quasi für andere, aber für mich selbst zuhause an sowas irgendwie scheitere. Bin ich mir selbst also nicht soviel wert, wie die Kinder im KiGa? Offensichtlich.

Das neuerliche Nachdenken über die Ernährung wurde ausgelöst durch den Film "King Corn", einer amerikanischen Doku, in der zwei College-Freunde sich aufmachen in den mittleren Westen und dort auf einem kleinen Stück Land Mais anbauen, dessen Werdegang sie mit der Frage "Was essen wir eigentlich?" verfolgen.

Die Farmer dort in Iowa essen ihren angebauten Mais noch nicht mal selbst, weil der so minderwertig ist. Ein Großteil davon geht in die Produktion von Viehfutter - eine reine Tierquälerei, denn die Rindermägen sind für dieses Futter gar nicht ausgelegt und bekommen daher diverse Antiobiotika zugefüttert. So nehmen sie schnell zu - ein Steak von einem maisgefütterten Rind ist fast 10x so fetthaltig wie eins von einem grasgefütterten Rind. Klassisches Mc-Donald's- und Discounter-Fleisch.

Weitere Teile des Mais' werden zu corn syrup, hierzulande besser bekannt als Glucose-Fructose-Sirup, weiterverarbeitet und landen als Süßmacher in Getränken und Fertiggerichten; oder als Maisstärke oder -mehl in zig weiteren Fertiggerichten oder Supermarkt-Backwaren und Knabbereien.

Ich will das nicht mehr essen. Ich bin mir mehr wert, als so minderwertigen Dreck zu essen (und zu trinken). Hab ich jetzt beschlossen. Weißen Industriezucker nutze ich schon lange nicht mehr, bin auf Honig zum süßen umgestiegen. Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Milch, Eier, Honig und Käse kaufe ich seit längerem meistens als Discount-Bio, manchmal auch Öko-Bio, werde aber jetzt nach und nach vollständig umsteigen. Auf Öko. Inklusive Katzenfutter. Sollte eigentlich nur noch ein kleiner Schritt sein, den ich im Laufe dieses Jahres vollständig vollzogen haben will. Das i-Tüpfelchen wären dann noch die fair gehandelten Lebensmittel.

Ich mag nämlich keine Lebensmittel mehr essen, die durch Ausbeutung der Erde gewonnen werden und mit Pestiziden versucht werden. Ich mag auch keine Lebensmittel mehr essen, die genetisch "schöner" gezüchtet werden. Und ich mag keine Lebensmittel mehr essen, für die ich hier 1,99 Euro bezahle, und davon gehen nur 10 Cent an den Kakao-Farmer in Ecuador. Generell werd ich vollwertiger essen und auf geschälten Reis und weiße Nudeln weitestgehend verzichten.

Teuer wird's werden, das ist auch klar. Das Discount-Bio ist nicht viel teurer als herkömmliche Lebensmittel, aber Öko-Bio schlägt nochmal drauf. Aber ich habe mal zurückgeblickt und gerechnet: Ich gebe monatlich weniger Geld für Lebensmittel aus, als z.B. für meine Kommunikation und meine Unterhaltungselektronik. Da ist also im Prinzip bloß ein umschichten angesagt. Derartiges Ungleichgewicht finde ich bestimmt noch mehr. Muss das alles mal durchrechnen...

Die Konsequenz des Ganzen wird sein, dass ich in absehbarer Zeit nicht mehr auswärts esse, es sei denn, in einem Bio- Restaurant... Kein Eis in der Lieblingseisdiele mehr, kein Latte Macchiato im Lieblingscafé. Keine Salat-und-Pizza-Kombination vom Imbiss um die Ecke. Das wird ganz schön hart, das weiß ich.

Aber: Ich bin mir hochwertige Lebensmittel wert.

Und ebenso bin ich mir wert, ein schönes, aufgeräumtes Zuhause zu haben, auf mich selbst zu hören, mich nicht vom "Weltfilm" ablenken und einfangen zu lassen und einen gesunden Tagesrhythmus, der von ein - zwei kleinen Ritualen durchzogen ist, zu leben.

Ich war ja ein wenig traurig, zu Imbolc keine konkrete Vision zu haben, die auf die Erde geholt werden will. Aber wie's aussieht, hat sie sich nur ein paar Tage verspätet. :) Wann, wenn nicht jetzt?

Übrigens...

... machen wir weiter mit/auf Spirit Voice. Thema der nächsten Sendung wird natürlich Beltane, und wer daran mitgestalten möchte, ist dazu herzlichen eingeladen :)

Glaubenssachen

Ich halte das Christentum - wie jede andere dogmatische, monotheistische Religion - für verlogen, selbstverherrlichend, intolerant, verblendend, hetzerisch, widernatürlich und entfremdend. So freute ich mich, dass mir der Film "Religulous" in die Hände fiel. Der US-Comedian Bill Maher fühlt nämlich mit grundsätzlichen Glaubensfragen dem Christentum und dem Islam gehörig auf den Zahn und zieht am Ende folgendes Fazit:

"Faith means making a virtue out of not thinking. [...] And those who preach faith and enable and elevate it are intellectual slaveholders, keeping mankind in a bondage to fantasy and nonsense that is bond and justified in so much lunacy and destruction."

Bill Maher hat ausschließlich die zwei großen monotheistischen Religionen und deren "Ableger" (z.B. die Mormonen) im Visier und provoziert und prangert an. Einige Statements lassen einem definitiv die Kinnlade runterfallen, so die Äußerung einer Amerikanerin: "I don't know much about politics but I'll vote for president Bush because of his faith." (Kopf-->Tisch)

Erschreckend aber irgendwie urkomisch auch sein Interview mit Pastor John Westcott von den "Exchange Ministries" - einer Organisation, die es sich u.a. zur Aufgabe macht, Homosexuelle wieder "umzuformen":

John: "Nobody is born gay. [...] There's no scientific proof, no gene. [...] They didn't choose this, they didn't desire it."
Bill: "Right, they were born gay."
John: "No. It's because of the insecurity within themselves."
Bill: "It takes a lot of security to walk out the house with ass-less chaps!"
John: "They are not happy. [...] They are people who are really not complete in who they are as men or women."
Bill: "That's a pretty big judgement for a Christian."
John: "It's not a judgement."
Bill: "It's not a judgement?! You're sitting here telling these people who you don't even know that they are incomplete because they are not like you!"

Und die Aussage einer Anti-Gay-Demonstrantin: "I don't hate them. God hates them."

Das schlimme: Sie hat mit ihrer Aussage recht. Ich arbeite zur Zeit an meiner Bibelfestigkeit, einfach interessehalber, und fand im dritten Buch Mose folgende Aussage: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel. [...] Denn alle, die solche Greuel tun, werden ausgerottet werden aus ihrem Volk." Und etwas weiter hinten, unter der Überschrift "Strafbestimmungen für schwere Sünden": "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen."

Im übrigen wettert Gott persönlich im Alten Testament auch gegen physisch beeinträchtigte Menschen, nämlich unter dem Kapitel "Gesetze für die Priester": "Wenn einer deiner Nachkommen in künftigen Geschlechtern einen Fehler hat, der soll nicht herzutreten, um die Speise seines Gottes zu opfern. Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten, er sei blind, lahm, mit einem entstellten Gesicht, mit irgendeiner Missbildung oder wer einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hat oder bucklig oder verkümmert ist oder wer einen weißen Fleck im Auge hat oder Krätze oder Flechten oder beschädigte Hoden hat. [...] Aber zum Vorhang soll er nicht kommen noch zum Altar nahen, weil ein Fehler an ihm ist, damit er nicht entheilige mein Heiligtum; denn ich bin der HERR, der sie heiligt."

Was für ein egozentrischer, aufgeblasener, selbstgerechter Arsch von Gott lässt bitte sowas verkünden? Neben all den Anweisungen, wann, wo und wie ihm gefälligst gehuldigt werden soll? Und der Anweisung, heidnische Stätten zu zerstören (5. Buch Mose Kap. 12)? Nicht nur zu zerstören, sondern komplett auszuradieren? Gott beauftragt die Menschen mit Zerstörung? Und das ist Teil der Grundlage des christlichen Glaubens? Gehts noch? "Wenn bei dir in einer deiner Städte, die dir der HERR, dein Gott, geben wird, jemand gefunden wird, Mann oder Frau, der da tut, was dem HERRN, deinem Gott, missfällt, dass er seinen Bund übertritt und hingeht und dient andern Göttern und betet sie an, es sei Sonne oder Mond oder das ganze Heer des Himmels (!!!), was ich nicht geboten habe, und es wird dir angezeigt, und du hörst es, so sollst du gründlich danach forschen. Und wenn du findest, dass es gewiss wahr ist, dass solch ein Greuel in Israel geschehen ist, so sollst du den Mann oder die Frau, die eine solche Übeltat begangen haben, hinausführen zu deinem Tor und sollst sie zu Tode steinigen."

Wär ich nicht schon längst von diesem Glauben abgefallen, wäre das allerspätestens wohl jetzt der Fall gewesen.
Wie lesen sich denn die ersten fünf Bücher Mose? Wie ein praktischer Entwurf einer neuen Gesellschaftsordnung, einer Gesellschaft, die durch Furcht und Strenge gefügig gehalten werden soll, zugunsten irgendeines Oberhaupts, der garantiert menschlicher Natur war. Ein kleiner Hitler, der nach einer "perfekten" Gesellschaft strebte. Einer Gesellschaft, die sich mit "irdischen", materiellen Dingen beschäftigt, und sich von der Natur und vom Kosmos (s.o.) abwendet.

Wenn ich mit der Bibel durch bin, werd ich mir mal den Koran zu Gemüte führen. Ich habe so das Gefühl, dass es da ein paar erstaunliche Parallelen geben könnte. Das Schweinefleisch müsste ja auch für den "guten Christen" tabu sein: "Das Schwein, das zwar durchgespaltene Klauen hat, aber nicht wiederkäut, soll euch darum unrein sein." (5. Buch Mose, Kap. 14).

Ok, die Bibel besteht nicht nur aus dem Alten Testament, ganz klar. Aber wenn dann im Neuen Testament der viel gepriesene Jesus hinzukommt, frag ich mich, ob nicht irgendwo steht, dass er sich für seinen Vater in Grund und Boden schämt. Allein aus den paar Büchern Mose geht ganz klar hervor, dass jemand, der schwul ist und sich als "Christ" bezeichnet, eine Lüge lebt. Und jemand, der blind ist, und sein Heil im christlichen Glauben sucht, ebenso.

Sehr amüsiert hab ich mich ja, wo wir gerade bei Religion sind, über den Vatikan. Auf Spiegel Online fand ich den Bericht, dass der Vatikan nun auch einen YouTube-Kanal hat, sich aber über mangelndes Interesse - in Form von fehlenden Abonennten und Videokommentaren - beklagte. Mein Interesse war groß, ich klickte mich rein und landete bei einem Video, das diese Aussage des Papstes verbreitet:
"Die Einheit, die Gott seiner Kirche schenkt, ist der Sauerteig der Brüderlichkeit auch für den sozialen Bereich, in den Beziehungen zwischen den Nationen und für die gesamte Menschheitsfamilie."

Es gab noch keinen Kommentar, und ich nahm mir ein paar Minuten und verfasste einen. Ich eröffnete mit der nüchternen Frage, ob denn diese Botschaft der Einheit auch schon in Nordirland angekommen wäre, und bemerkte, dass eine dogmatische Religion, die den Menschen ihre natürliche spirituelle Grundlage mehr entzieht denn festigt, doch eigentlich kaum für Einheit, sondern bloß für wachsenden Zwietracht sorgen kann.

Welch Wunder, der Kommentar ist nicht freigeschaltet worden.

Ich finde ja, jeder soll glücklich werden, wie er meint - solange er niemandem Schaden zufügt. Und mit niemandem meine ich nicht nur Menschen. Meine wachsende Intoleranz gegenüber Fleischfressern begründet sich in eben diesem "Schaden zufügen". Meine durchaus vorhandene Intoleranz dem Christentum und auch dem Islam gegenüber ebenfalls. Es ist, wie Bill Maher sagt:

Glaube heißt, aus dem "Nicht-Denken" eine Tugend zu machen. Und die, die den Glauben predigen und ihn ermöglichen und emporheben, sind intellektuelle Sklavenhalter, die die Menschheit in eine Fessel aus Fantasterei und Unfug legen, die an soviel Irrsinn und Zerstörung gebunden ist und dadurch gerechtfertigt wird.

Dann doch lieber die esoterisch angehauchte Natur-Spiritualität. "Pagans make the best of friends, they worship the ground you walk upon." *gg*
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