Unterwegs

Mittelalteriches Allerley

Ein fantastisches zweites Festival Mediaval ist zuende, und wie bei jedem Festival häng ich dem Ganzen noch etwas melancholisch hinterher und mag noch nicht recht die Gewandung gegen meine Alltagsklamotten tauschen ... :-))

Meine persönlichen Highlihts in diesem Jahr waren ganz klar Omnia, Haggard, und Faun - die "großen Namen" halt. Omnia und Faun begeistern mich immer wieder mit der Echtheit ihrer gelebten spirituellen Weltanschauung, und wenn Steve dann -sinngemäß - sagt: "You can't change anything around you. There's only one thing you can change: yourself. And because you are part of this world and are one with it, you can change the world when you change yourself, your thoughts, your habits." - dann steh ich sofort im Noppenkostüm da.

Das hatt ich durchaus mehrmals an, sei es aufgrund der glasklaren Stimme der Haggard-Frontfrau, den mystisch-mythischen Gesängen der sibirischen Band Vedan Kolod oder der Darbietung des Kontaktjongleurs Kelvin Kalvus - Anlässe gabs genug.

Zeit nahmen wir uns, durch die Lager zu streifen und besonders bei den Folterinstrumenten zu verweilen und uns alles genaustens erklären zu lassen. Der Pranger an sich war ja im Prinzip gar nicht so verkehrt *ggg*

Insgesamt viermal guckten wir uns das Spielmannsduo Pampatut an - jedesmal tränenlachend. So wurden wir dann auch Teil eines Bühnen-Battles, da die Gaukler von Basseltan nur wenige Meter weiter auf der Nebenbühne auftraten. Dem harmlosen vielstimmigen "Hallo Basseltan" folgte dann ein "Basseltan ist doof" bis hin zum "Ihr könnt nachhause gehn, ihr könnt nachhause gehn" - alles im Scherz, natürlich. :)
Da Pampatut nun aber schon über der Zeit waren, und die Scharlatane auf ihren Auftritt warteten, ging kurzerhand auf der Bühne das Licht aus. Und einer der Scharlatane erklärte lachend: "Anders kriegt man die nicht von der Bühne!"

Es ist so herrlich entspannt, dieses Festival Mediaval. Vor den Ständen rund um die Hauptbühne entstanden Feuerstellen, von den Händlern bereitgestellt - kalt wars nämlich wirklich, sobald die Sonne weg war. Rund um die Bühnen finden Festivalbesucher und Künstler genug Raum für Spontandarbietungen jeglicher Art. Barden (u.a. Ranarion, den man spätestens seit seiner großartigen Darbietung der Nackten Elfe 2.0 kennt :), Narren, Artisten ziehen übers Festivalgelände, überall und nirgends, immer gibt es irgendwo irgendwas zu gucken und zu bestaunen.

Zahlreiche Workshops wurden angeboten, und auch bei Nicht-Teilnahme konnte man den werkenden/tanzenden/singenden Menschen mal über die Schulter gucken. So hatte es mir dann doch der Drehleierbau angetan, und es hingen auch Instrumente zum probespielen. Das Prinzip der Drehleier ist einfach - aber ich stellte fest, dass mir ne gehörige Portion Feinmotorik fehlt, und es halt schwer ist, wenn die linke Hand was anderes macht, als die rechte :-))

Nur wenig besser klappte das Bogenschießen. Wie lang wollt ich das schon ausprobieren ?! Fünf Schuss 2 Euro, inklusive guter und umfangreicher Anleitung. Von insgesamt 10 Schuss hab ich viermal die Scheibe getroffen und zweimal auch wirklich das Ziel *gg* Gar net so einfach, vor allem, wenn man noch vom Sportschießen kennt, durchs Visier zu zielen und das ziemlich auf Augenhöhe.

Ja, viel gesehen, viel erlebt. Durch sämtliche Fress- und Metstände gearbeitet *mjam* wobei Preis-Leistung halt nicht immer stimmt. Dafür stimmt alles andere (bis auf die nächtlichen Temperaturen), und diese drei Tage Festival kommen mir vor wie ne ganze Woche, ein Rundum-Alltags-Ausstieg in eine andere Welt, eine fröhliche, offene, herzlich-derbe Welt voller mehr oder weniger Verrückter. :-))

Noch 363 Tage bis zum nächsten Festival Mediaval !!

P.S.: HELGA IST TOT !! ARGH!!! *gg*

Amphi 2009

... in Kürze:

- ankommen, staunen: noch nie soviele Gleichgesinnte auf einem Haufen gesehen. :)

- feiern, tanzen, mitsingen, eintauchen bei: Eisbrecher, Leather Strip, Agonoize, Covenant, Fields of the Nephilim, Mono Inc., Jesus on Extasy, Omnia (jawohl, Omnia!!), Hocico, Unheilig und Front 242. Bei Agonoize gefühlte 5 Liter verschwitzt. *g* Den Schlagerpapst, pardon, Graf der Szene müsst ich mir allerdings nicht nochmal angucken und Jesus on Extasy wirkten irgendwie unecht. Fields of the Nephilim waren bewährt atmosphärisch. Und Omnia verzaubern mich ja eh. Von der ersten Reihe aus betrachtet sogar noch mehr :)

- noch mehr staunen: das friedlichste Festival, das ich jemals erlebt habe. Familiengefühl.

- Sonnenbrand holen (und wie!!) und Blasen und Druckstellen vom Dauertragen der Stiefel. Aber bisschen Verlust is ja immer.

- Geld sparen und die Trinkwasserspender nutzen - find ich nen großartigen Service!

- chillen im Beachclub.

Fazit: Amphi 2010, ich kommeeee!!! :)

amphi1

Ynnette und Feuerseele...

... haben mindestens einen Vogel!

Ynette_hat_nen_Vogel

(ich hab halt zwei: *lach*)

Ein herrlicher Tag wars heut, den die liebe Ynnette sich für uns ausgedacht hat. Zuerst ein Besuch in der Vogelburg im Hochtaunus, der mich total begeistert und beeindruckt hat. So ein Ara ist ganz schön groß!!! Und ein Beo muss, seinen Lauten nach zu urteiln, bei einem Besitzer gewesen sein, der "Bubbles" gespielt hat *lach*

Anschließend zauberte Ynnette ein leckeres Essen und wir ließen den Abend mit quatschen und Katzenbespaßung sehr gemütlich ausklingen.

Und, ganz traditionell, bekam ich von ihr zum Einzug in meine neue Wohnung ein selbstgebackenes Brot - sooooooo lecker, ich musste grad noch ne Scheibe futtern!! - und Salz. Einfach nur schön!!

Ja, bloggen verbindet. Und real-life-Begegnungen vertiefen ;)

Osterurlaub

Am Karfreitag machte ich mich auf gen Süden, um in Neustadt/Weinstraße mein Wochenende zu verbringen. Wunderschön wars, wenn auch im Nachheinein mit einem leicht faden Nachgeschmack. Am Ostermontag fuhr ich einen Schlenker nach Karlsruhe und von dort aus nochmal einen Mini-Umweg nach Mannheim, um alte und neue Freunde zu besuchen. So ein Leben unterwegs ist einfach irgendwie schön.
Die Fahrt runter war wie - aufatmen. Nie war mir bewusst, dass mir das Siegerland wohl scheinbar auch ein bisschen zu verschlossen ist. Und als ich Montag nacht um 23:30h das Schild "Siegerland" auf der A45 passierte, rauschte ich in eine Nebelwand und der Rest der Fahrt gestaltete sich als Blindflug. Nass, kalt, ungemütlich, undurchdringlich. Kein besonders herzliches Willkommen, und ein wenig gibt mir das zu denken. Woanders ist definitiv das bessere Klima, und das nicht nur in meteoroloigscher Hinsicht ...

nicht_stoeren brauchbar gruen sonnenlampe cafe_schluckebier

Ronneburg

Was war das für ein herrlicher Tag heute! Um 13 Uhr hatte ich die Parkplatzschlange unter der Ronneburg hinter mir gelassen, und stiefelte gewandet zur Kasse, wo mich die liebe Ynnette schon erwartete. Noch nie gesehen und direkt erkannt. :-)) Wir verbrachten den heutigen wunderbar warmen sonnigen Sonntag gemeinsam auf der Burg, ab und an begleitet von meinem persönlichen Lieblingszwerg - und es ist einfach selten, jemanden zu treffen, mit dem man sich auf Anhieb so gut versteht. :) Das Gespräch kam auch aufs Berufliche, und jetzt sind wir wohl beide etwas vorurteilsbefreiter. *lach*

Ach so Tage müsste man öfters haben. Ich miefe ein bisschen - muss auch dringend noch duschen -, habe einen klitzekleinen Sonnenbrand, aber so einen angenehmen, durch den man die Tageswärme noch so schön nachfühlt, und insgesamt war das heute ein richtiger Tag Urlaub. Und ohne Ynnette wär der maximal halb so schön gewesen. ;)
Nun sitz ich hier und könnt platzen vor Fröhlichkeit, knusper die leckeren Sachen vom Dattelschlepper, denke einfach nicht dran, dass mich der Tag inkl. Sprit 120 Euro gekostet hat und freu mich an meiner Ausbeute:

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Eine Triskele vom lieben Marco, wos einfach den schönsten Schmuck und die schönsten Holzarbeiten gibt, nen leckeren Waldhimbeer-Essig, Leckereien vom Dattelschlepper (die persische Mischung, Walnuss-Datteln und den Fluch der Karibik), eine schöne Haarspange, Monis leckere Brotaufstriche und das traumhaft schöne handgeschöpfte und -gebundene Buch, das darauf wartet, von mir beschrieben zu werden; dieses Exemplar war das einzige mit Pentagramm und einem blauen Stein, und der Stein ist auch noch so schön durchmustert, ganz toll, es rief auch meinen Namen, ganz verborgen lags zu aller unterst ... :)

Imbolc / Geburtstag

Ich bin kein Geburtstagsfeierer. Ich bin überhaupt kein Feierer. Ich mag es, woanders zu sein, auf Feiern und Festen, das schon. Aber ich mag nicht selbst Gastgeber sein. Vielleicht ändert sich das, wenn ich irgendwo zuhause bin, wo ich wirklich zuhause bin. Hier jedenfalls ist es einfach wie's ist. Und daher bin ich auch heute lieber unterwegs gewesen, und habe meine Lieblingsquelle, die Ilse-Quelle, besucht. 40 Autominuten entfernt fand ich mich in einem wunderschönen Winter-Wunder-Wald wieder, bin zur Quelle hinabgestiefelt, habe dort ein kleines Ritual gefeiert, und bin eine Stunde später mit drei Flaschen Heilquellwasser im Gepäck zu meinen Großellis gefahren.

Auf deren Geburtstagskarte an mich stand ein besonders schöner Spruch - ich liebe ja weise ausgesuchte Karten..

Was ich dir wünsche

Die Zuversicht und den Mut, die dich wagen lassen, was dir am Herzen liegt, ganz gleich, ob es leicht oder schwer ist. Und die Kraft und das Glück, die es gelingen lassen.

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Reisebericht Irland

Wer mag, kann eine kleine Reise nach Irland machen, wenn er links im Menü auf "Irland 2008" klickt. Werde irgendwann noch Fotos reinbasteln, erstmal gibts halt nur diese Bilder in meinem Myspace Fotoalbum

Lebendiger Stein

Als ich das erste mal an den Bruchhauser Steinen war, kam mir schon der Gedanke "hier müsste man mal ne Nacht bleiben".

Der Rothaarsteig hat ja nun prompt wettertechnisch nicht mehr geklappt. *brr* Als kleine Entschädigung machte ich mich also gestern um 19 Uhr mit einem lieben Menschen auf den Weg nach Bruchhausen. Sonnenschein, schöne Ausblicke und Bob Marley untermalten die anderthalbstündige Fahrt. Angekommen ging's schnellstmöglich hinauf zum Feldstein, um von dort einen wunderschönen Sonnenuntergang zu erleben.

Bei Cab und Gewürzdocht ließ es sich dort oben außerordentlich gut knapp zwei Stunden im schneidenden Wind aushalten, zumal der Stein noch ganz viel Wärme abgab.

Es ist überhaupt ein sehr schöner Stein, der Feldstein. Er ist nicht zu kantig, sondern hat immer genau die richtigen Kerben und Kuhlen, um bequem dort zu sitzen. Ein Bäumchen wächst auch auf ihm und es weht immer ein scharfer Wind, nie ist es völlig windstill da oben. Trotzdem hat man das Gefühl, man ist dort willkommen. Wobei es ein kleines Abenteuer ist, im Dunkeln auf dem Stein rumzuklettern, vor allem wenn man meint, das Bäumchen mal von nahem begrüßen zu müssen. *lach*

Unser Nachtlager schlugen wir kurz unter dem Gipfel auf, wo es eine kleine Höhle gibt. Die mitgebrachten Teelichter fanden Platz in Nischen und Eckchen und perfekt war's, als der Mond zwischen den Wolken aufging, den wir kurzerhand anheulten. Ein bisschen didgen hier, ein bisschen singen da... Lachflashs und diverse Wahrheiten, Tee und Rotwein und noch mehr Kräuter ließen die Zeit schnell vergehen, immer im Wind. Der pfiff so heftig, dass er sogar mein am Fels lehnendes Didge zum klingen brachte. Natürlich nicht in diesem schönen, vollen Urklang, sondern in einem leisen Raunen.

Die Nacht war schweinekalt, aber wunderschön, im Mondlicht unter Sternenhimmel. Und der morgen brachte eine leider viel zu schwache Morgensonne, dafür aber lebendiges Gebrumm von einem kleinen Erdhummelschwarm, der gerade dabei war, Vorräte ins Hummelhaus zu schaffen. Voll knuffig, irgendwie.

Um 9 Uhr waren wir wieder daheim, und ich bin direkt nochmal für drei Stunden ins Bett gefallen. Und nun sinniere ich über meine neusten Luftschlösschen, und prüf sie gedanklich mal auf Standfestigkeit ...

Regen ist doof...

Eigentlich mag ich Regen ja. Nicht aber, wenn ich mit Zelt und Rucksack unterwegs bin, und keine Trockengelegenheit habe ... Und wenn dann der Schlafsack, das Zelt und die Schuhe feucht bzw. nass sind, dann machts einfach keinen Spaß mehr.

Bin am Sonntag von Dillenburg aus auf dem Rothaarsteig gewandert. Wollte eigentlich am Wochenende in Brilon sein. Das fiel aber leider buchstäblich ins Wasser. Werde definitiv, sobald das Wetter mitspielt, weiterwandern, und hoffe, dass das schon nächste Woche der Fall sein wird.

Dennoch gab es in diesen nur zweieinhalb Tagen und 60 Kilometern genug zu sehen und zu erleben, um mich rum und in mir selbst, dass wieder mal ein kleines Reisetagebuch entstanden ist, welches ihr im Menü links direkt anwählen könnt. Viel Spaß beim Lesen! -- Übrigens, Zirbel war vorhin nicht mehr da und ich hätte echt heulen können. Tja wie heißt es so schön, what comes around, goes around (öh, oder umgekehrt *g*) und das gilt eben auch für einen Wanderstock.

Glühwürmchen

Nach nem ganz geilen Nachmittag und Abend im Valhalla mit den Klängen von [die!] und Psycho Luna (Leichenwetter ham wir uns net mehr gegeben, weil die erst NACH dem doofen Fußballspiel dran waren), sind Nellie und ich noch in ein nahes Siegener Waldeckchen gefahren; mit Fackeln, Gitarre, Noten, Decke und Kräutern im Gepäck. Schööööön wars, wenn auch nicht besonders produktiv. *g*

Als der letzte orange-blaue Streifen Licht langsam der Nacht wich, bemerkten wir die unzähligen Glühwürmchen um uns herum. Wir löschten die Fackel und fanden uns in einem wahren Glühwürmchen-Meer wieder, wie wir es noch nie gesehen haben. Unglaublich, ein tanzendes, wimmelndes Leuchten, das mit dem Blick nicht fassbar war, aber trotzdem überall um uns rum.

Fast schon ein bisschen magisch.

Schön wars, den längsten, lichtvollsten Tag des Jahres in Begleitung unzähliger kleiner Lichtwesen - wer weiß, ob es nicht doch getarnte Elfen sind! - ausklingen zu lassen.
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